Magazine, Rabenmuttertagebuch

Urlaub mit Kindern?

urlaub mit kindern

Urlaubszeit – wie lange habe ich früher darauf hin gefiebert. Ob Fernreise, Städtetour oder Adventure – alles war möglich. Ausschlafen, Nachtschwimmen und sommerliche Cocktails inklusive. Gegen Kater half langes Ausschlafen oder den Nachmittag samt Lektüre in der Hängematte verbringen.

Heute bekomme ich bei dem Gedanken an Urlaub eher feuchte Hände. Nicht vor Freude, sondern vor Stress.

Denn “die Zeit, in der man nicht arbeiten muss bzw. sich von der Arbeit erholt“, wie die Beschreibung so schön lautet, wird beim Reisen mit (Klein)Kind oft ad absurdum geführt.

Es fängt mit der Urlaubsvorbereitung an. Waschen, waschen, waschen wird gefolgt von packen, packen, packen. Danach kommt reisen, schwitzen, knatschen und dann meist schon der erste handfeste Ehe-Streit. Die Sehnsucht nach Ruhe und Entspanntsein weicht oft dem Realitäts-Frust. Vor allem beim Urlaub mit mehreren Kleinkindern.

Sind also mehrere Minis Teil der Familie können sich MAMM & PAPP in den ersten Urlaubs-Tagen meist auf mehr Unruhe als sonst einstellen, weil sich Baby und Kid an die neue Umgebung samt Klima gewöhnen müssen. Und das bringt nicht selten schlechte Nächte und Knatscherei mit sich. Will PAPP endlich mal nichts machen, und MAMM freut sich auf mehr Unterstützung, steht eventuell schon der nächste Ehestreit auf dem Programm.

Bei einer kinderfreundlichen Location und schönem Wetter (!!!), kann durchaus Urlaubsfeeling aufkommen. Denn was gibt es Schöneres als glückliche und harmonische Tage mit seinen Liebsten zu verbringen, sofern Kids mitmachen und mal (meistens) zufrieden sind.

Unser Urlaub begann mit schlechtem Wetter und einer überraschend guten Fahrt. Angekommen in der Ferienwohnung folgte eine mehrstündige Lärmattacke. Die Nachbarn mussten denken, eine wildgewordene Horde brüllender Heavymetalfans habe Einzug erhalten. Nervenkostüm: arg strapaziert. Alle Regeln noch einmal von vorne. Die Strandhausnachbarn wurden erstmal mit einer Extraportion Sand begrüßt, die Handtücher aller auf dem Weg zum Wasser liegender Strandgäste überrannt, und alle Bade- und wärmenden Klamotten (bei 18 Grad mit Wind im Sommer!) innerhalb von zwei Stunden durchnässt. Viermal umziehen inklusive. Am nächsten Morgen ging es zwei Stunden früher los als am Wochenende zu Hause. Kids waren ja so aufgekratzt von all dem Neuen. Als wir dann drei Stunden später wieder Richtung Ferienwohnung fuhren, eine Radtour, einmal Spielplatz, einmal Strand, einmal Einkaufen mit Unterbrechungen inklusive, kamen wir an unseren Nachbarn vorbei. Vater mit zwei kleinen Mädchen im Schlafanzug gemütlich frühstückend auf der Terrasse, friedlich und ruhig. “Urlaub” mit Kindern scheint es also auch zu geben … Es folgte eine Woche Herbstwetter mitten im Sommer und ein paar richtig schöne Familytage.

Fazit nach unserem dritten Sommer-Family-Urlaub:

1) Es wird besser, je älter die Kinder werden. Und es wird teurer, vor allem wenn man fliegt.

2) Südeuropäische Sommerhitze mit Klimaanlagen, Schattensuche und vollen Hotelrestaurants ist nicht unbedingt für kleine (aktive) Kinder geeignet, es sei denn  MAMM & PAPP wollen endlich mal Sommergarantie haben. Günstige Holland-Ferienwohnung sticht (mit jedem Kind teurer werdende) Hotel-Flugreise. Allerdings bleibt bei schlechtem Wetter das Sommerfeeling auf der Strecke …

3) Entspannungsurlaub, “wie früher” gibt´s für uns eher ohne Kinder. Das nächste Mal im Sommer versuchen wir Reisezeit in Etappen, einmal mit Kindern und einmal ohne, wenigstens für ein Wochenende. Müssen nur noch Opa und Oma mitspielen ….

4) Wir lernen mit unseren Kindern jeden Tag dazu. In der Ruhe liegt die Kraft …