Magazine, Portraits

Working MAMM: Ekaterina von Mami Poppins

Mami_Poppins

 

Kinder & Job vereinen, wie machst Du das? Das haben wir Ekaterina Arlt-Kalthoff gefragt, Gründerin von NRWs erstem Online-Kinderwagenverleih, www.mami-poppins.de.

 

 Mami_Poppins

 

1. Was machst Du gerade?

Ich habe im April das Unternehmen Mami Poppins gegründet und vermiete seitdem deutschlandweit Kinderwagen. Man kann bei mir für ein paar Tage einen Wagen mieten, zum Beispiel, wenn man die Großeltern in Düsseldorf besucht und seinen Kinderwagen nicht mitnehmen möchte. Oder wenn man Urlaub in Düsseldorf und Region macht oder arbeitsbedingt für ein paar Tage hier ist. Und dann natürlich auch für längere Zeit. Kinderwagen sind ja sehr teuer, wer keine Lust hat sich einen zu kaufen, der mietet sich eben einen bei mir. Das geht von sechs, bis zu zwölf oder 24 Monaten. Ich habe verschiedene Bugaboo-Modelle im Programm. Je länger man Kunde bleibt, um so günstiger wird es. Bei den längeren Laufzeiten kann man zwei bis dreimal das Kinderwagen-Modell wechseln. Ich vermiete auch Equipment, das man kurzfristig braucht, eben wenn man bei Oma und Opa ist, zum Beispiel, wie Hochstühle und Autositze für den Raum Düsseldorf.

 2. Wie bist Du dazu gekommen?

In der Elternzeit kam bei mir die Frage auf, wie es beruflich weitergeht. Ich war vorher schon selbstständig und habe vor der Schwangerschaft die erste Empfehlungsmarketing-Akademie® Deutschlands gegründet. Als ich dann schwanger wurde, merkte ich, dass man erstmal weg vom Fenster ist. Die meisten denken sich wahrscheinlich: „Sie kommt eh nicht ins Berufsleben zurück.“ Mit Familie und Baby wollte ich auch nicht mehr ständig unterwegs sein und Seminare und Vorträge quer durch Deutschland geben. So kam die Frage auf, wie es wohl mit Kind weiter gehen wird. Ich habe nach etwas anderem gesucht, das mit Kind gut vereinbar ist. Dann ging unser Kinderwagen kaputt und ich hab mich gefragt, was machst Du jetzt? Ich wollte keinen neuen Wagen kaufen und hab mich auf die Suche gemacht. Als ich das auf dem Spielplatz einer anderen Mutter erzählte, meinte sie, sie habe noch einen Kinderwagen auf dem Dachboden. Da kam ich auf die Idee, dass das ja toll wäre, wenn man so etwas leihen könnte. Ich war von der Idee begeistert, hab dann recherchiert und festgestellt, so etwas gibt es zwar schon in Hamburg, aber nicht in NRW! Da dachte ich sofort, das musst Du machen. So fing das an. Mein Mann fand die Idee auch gut und als ich merkte, dass ich sie nicht begraben konnte, hab ich mich entschlossen da weiter zu machen. Im April diesen Jahres bin ich dann gestartet. Nach zwei Wochen ist es dann explodiert. Ich bekam viele Anfragen. Das war toll …

 

 

  

Morgens bin ich für den Kleinen da, dann werden kurz die Emails gecheckt, ich mache ihn fertig und bringe ihn so gegen 8.30 Uhr zur Tagesmutter. Um neun bin ich zurück und dann beginnt meine Schreibtischarbeit. Emails beantworten, Bestellungen bearbeiten, die Facebook-Fanpage pflegen, Marketingstrategien entwickeln, Recherche betreiben. Ich plane gerade eine kleine Online-Boutique rund um das Thema Baby, die im Frühjahr 2016 unter shop.mami-poppins.de zu finden sein wirdAb 15 Uhr hol ich meinen Sohn dann ab und hab Zeit für ihn bis er ins Bett geht. Bei dringenden Fragen bearbeite ich natürlich auch nachmittags. Wenn es viel zu tun gibt, geht es dann abends oft zwischen 20 Uhr und 22 Uhr weiter. Aber danach ist dann Feierabend!

 

Das ist für mich gut zu vereinen. Mein Sohn ist montags und freitags zu Hause, da lege ich das Arbeiten um ihn herum. Ich versuche ihn dazu zu erziehen auch mal alleine zu spielen. Wir trainieren das jetzt schon neun Monate und es funktioniert gut. Aber ich darf mir nicht zuviel vornehmen. Dann wird es nur frustrierend. Wenn er bei der Tagesmutter ist, hab ich richtig Zeit konzentriert am Stück zu arbeiten. Wenn ich will oder mein Sohn es braucht, kann ich mir auch mal einen Tag frei nehmen und nur für ihn da sein. Das ist ja das Schöne am selbstständig sein. Das Familienleben ist mir wichtig. Wenn er krank ist, kümmere ich mich. Wenn ich eine ganztägige Veranstaltung habe, macht mein Mann Home Office, bringt ihn zur Tagesmutter und holt ihn ab. Mein Mann ist sonst von sieben bis sieben weg. Meine Eltern und die Schwiegereltern wohnen weit weg, Freunde und Bekannte helfen manchmal aus, aber deshalb habe ich ja auch dieses Modell der Selbstständigkeit gewählt.

 

   

Ich muss unheimlich viel lernen mit meinem neuen Unternehmen. Ich komme zwar aus dem Marketingbereich, aber ich kenne natürlich nicht alle Bereiche – z.B. Onlinemarketing und E-Commerce sind für mich neu. Ich war noch nie im Handel und Logistik tätig. Ständig müssen die Prozesse optimiert werden. Die passenden technische Lösungen für Start-Up Unternehmen wie mich zu finden, das ist das Schwierigste dabei. Aber ich lerne jeden Tag dazu und genau das macht mir sehr viel Spaß, besonders dann, wenn wir erste Erfolge verzeichnen können.

 

 

Mit Hilfe meiner Familie. Mein Mann ist der größte Unterstützer meiner Selbstständigkeit, sonst würde das auch nicht funktionieren. Aber auch Eltern, Schwiegereltern und Freunde unterstützen mich auf ihre Art und Weise. Als meine Mama mitbekommen hat, dass ich etwas für Flüchtlinge spenden möchte, hat sie ein paar Kuscheltiere gesammelt. Sie hat sie mir dann geschickt, damit ich sie an die Flüchtlinge verschenken kann. Auch meine Schwiegermutter empfiehlt mich immer wieder an Freunde und Bekannte weiter. Unsere Freunde verfolgen mit Interesse, was bei Mami Poppins® passiert und geben mir viel Zuspruch. Ein guter Freund von uns fragte uns tatsächlich, wann er babysitten darf, damit wir ins OpenAir Kino ausgehen konnten. So konnten mein Mann und ich auch mal einen Abend für uns haben, neben der vielen Arbeit. Ich bin sehr dankbar für unsere Familie und Freunde.

 

  

Mein Geschäft weiter ausbauen, die Kurzzeitvermietung will ich für Expats und Düsseldorfer Touristen vorantreiben und den Onlineshop für´s nächste Jahr entwickeln.

Und noch ein paar persönliche Fragen:

 

Mit einem Abend nur für mich, wenn mein Mann weg und mein Sohn im Bett ist, bei Spotify mit einer Tasse Tee Musikhören und Nichts tun. Das genieße ich.

 

 

Ein Buch mit ihm lesen und Entdeckungsspiele spielen.

 

 

Canoo – das Café am Rhein. Es ist zwar schlecht mit Kind zu besuchen, aber es ist so schön am Rhein zu sitzen, direkt am Wasser. Leider komme ich nicht mehr so oft dazu.

 

Robert-Lehr-Ufer 19
40474 Düsseldorf
0211 49554888
www.canoo-club.de